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Die Monheimer Schützengesellschaft 1858

 

 

 

Die Monheimer Schützengesellschaft 1858

Der Zusammenbruch von 1945 brachte das Ende der deutschen Schützenvereine und auch die Monheimer Schützen hatten, soweit sich nicht im Kriege gefallen oder in Gefangenschaft geraten waren, persönlich ihre Büchsen auf dem Rathaus abzuliefern. Den Alten war das Schießen sowieso vergangen und die Jungen hatten andere Interessen. Dennoch fanden sich bereits 1949/50 ein paar unentwegte Monheimer Schützen im alten Schützenlokal zum Bruckwirt zusammen, um auch zu Monheim wieder einen Schützenverein ins Leben zu rufen. Sie brachten die Monheimer Zimmerschützen und Burschenschützen auf der Generalversammlung vom 20. Juli 1963 unter eQen Hut und gründeten die „Monheimer Schützengesellschaft 1858“.

Erster Vorstand ward Hermann Meßmer, sein Stellvertreter Karl Meyer, Theo Schmiedt übernahm den Schriftführer, Hermann Rippel die Kasse und Ludwig Bichler die Schießleitung. Die Vereinsleitung konnte mit dem Erfolg der Gründungsversammlung wohl zufrieden sein. Viele Monheimer waren spontan der neuen Schützengesellschaft beigetreten, darunter auch wieder Altschütze Ignaz Fick, der ihr die vor den Übergriffen der „Besatzer“ bewahrte Monheimer Schützenkette zurückbrachte. Er ward dafür zum Ehrenschützenmeister ernannt und seine 13 mitgebrachten alten Zimmerstutzenschützen wurden als Ehrenmitglieder aufgenommen.

Die aktive Vereinstätigkeit zeitigte bald bei der Teilnahme an zahlreichen Schießveranstaltungen beachtliche Erfolge. Im Jahre 1965 schaffte Hans Maschtenko beim Preisschießen des Donau-Ries-Gaues in Berg den Gauschützenkönig. Mehr noch brachte 1972 die neu gegründete Jungschützenmannschaft ihrer Schützengesellschaft in den Bayerischen Schützengauen hohes Ansehen. So errangen Hermann Meßmer, Roland Weidel, Gunther Raila, Alfred Neuwirth und Peter Biebel in der Gaumeisterschaft den 2. und in der Bezirksmeisterschaft den ehrenvollen 4. Platz. Voll Zuversicht nahmen sie dann am Meisterschaftsschiessen des Bayerischen Sportschützenverbandes teil und schafften unter 33 Mannschaften die viertbeste Vertretung der Luftgewehr- Jugendklassen. Dabei kam Roland Weidel in der Einzelwertung mit 275 Ringen zu dem begehrten 2. Rang und damit zugleich zu seinem Vizemeister.

Nun war auch der Weg frei für die Teilnahem am Deutschen Meisterschaftsschiessen in Wiesbaden. Dort holten sich die Monheimer Jungschützen in der Gesamtbewertung den 13. Platz. Unter sachkundlicher und väterlicher Betreuung ihres Seniorschützen und Ehrenschützenmeisters Josef Meisel gewannen sich mit 1029 Ringen 1973 die Gaumeisterschaft und ihr Alfred Neuwirth ward zugleich zum Gau-Jugendschützenkönig erkoren.

Bei der Austragung der Bayerischen Meisterschaften auf der Olympia-Schießanlage zu Hochbrück stellten sie mit dem 3. Platz erneut ihre Treffsicherheit unter Beweis.

Was sie aber und die Altschützen mit all die langen Jahre her innerlich berührte, war die Tatsache, dass sie immer noch zu den Veranstaltungen und Wettkämpfen ohne Schützenfahne oder -fähnlein nur ziehen mussten. 1974 hatten sie nun auch ein Schützenbanner, das noch im gleichen Jahre, am 21. Juli 1974, eingeweiht wurde. Der Wettergott war ihnen dazu nicht hold gewesen. Zu ihrem Glück fiel ihre Fahnenweihe mit dem Monheimer Volksfest zusammen, sodass sie bei zu starkem Regen während der Gestaltung ihres Festes auf das geräumige Bierzelt ausweichen konnten.

Dort fand schon am vorgehenden Samstag unter Mitwirkung bekannter Künstler des Bayerischen Rundfunks und Fernsehens der „Große Bunte Abend“ mit Ehrung verdienter Schützenkameraden statt. Nach dem sonntäglichen Weckruf und der Begrüßung der 65 eingetroffenen Vereine begann in der Stadtpfarrkirche zu Monheim die kirchliche Fahnenweihe mit feierlichem Festgottesdienst. Dem anschließenden Heldengedenken für die gefallenen Schützen beider Weltkriege auf dem Friedhof schloss sich im Bierzelt die weltliche Feier mit den Festreden an, die sich über Mittag hinzog. Höhepunkt und Abschluss des Jubelfestes zugleich bildete dann der nachmittägliche Schützenzug durch die geschmückte Innenstadt, der unter den Marschklängen der hiesigen Stadtkapelle und den flotten Weisen der Musikzüge aus Wemding, Oberndorf, Schweinspoint und Trudering bei München und dem lebhaften Beifall der tausend Zuschauern, die trotz des starken Regens tapfer ausgehalten hatten, an der Ehrentribüne vor dem Rathaus vorbeimarschierte.

Damit ging wieder nach noch anschließendem traditionellem Schützenbeisammensein ein denkwürdiger Tag in die Vereinschronik der Monheimer Schützengesellschaft 1858 ein. Schon aber steht ein neues Jubelfest bevor. Es gilt ihren 120-jährigen Gründungstag gebührend zu begehen. Sie kann am 23. Juli mit Stolz auf erfolgreiche Vereinsjahre zurückschauen. Möge ihr für die Zukunft ferner eine glückliche Entwicklung beschieden sein. Möge aber auch noch heuer ihr sehnlichster Wunsch nach einem eigenen Schützenheim in Erfüllung gehen.

Es wäre für sie wohl das schönste Geburtstagsgeschenk, wenn noch vor dem Jubelfeste durch großzügige Unterstützung des Deutschen-, Bayerischen Sportschützenbundes wie der öffentlichen Hand der 1. Spatenstich für das Monheimer Schützenheim in Angriff genommen werden könnte.

 

 

 

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